Buddha des Unermesslichen Lichts

Shownotes

Die erste Folge eröffnet die Reihe über die zwölf Lichtmanifestationen Amida Buddhas und erläutert Yamazaki Benneis Verständnis des Unermesslichen Lebens. Unser begrenztes Wissen, unsere Sorgen und unsere Fehler stehen in einem größeren Zusammenhang: Das Leben ist bereits gegeben und muss seinen Wert nicht erst durch Leistung oder Erfolg erhalten.
An Beispielen wie beruflichen Fehlern, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängsten zeigt die Folge, wie schnell eine schwierige Situation zum Urteil über die ganze Person wird. Zuflucht zu Amida lädt dazu ein, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst abzuwerten, und den nächsten möglichen Schritt zu gehen. Diese Freundlichkeit gilt auch anderen Menschen, die mehr sind als gesellschaftliche Kategorien.
Bei Trauer bedeutet Zuflucht, mit dem Verlust Halt zu suchen, auch wenn das Geheimnis von Leben und Tod offenbleibt. Dazu gehört das Vertrauen auf die Geburt im Reinen Land. Das Nenbutsu, „Namu Amida Butsu“, ist eine lebendige Zuwendung zu Amida und seinem Mitgefühl. Daraus kann Lebensfreude wachsen, obwohl Schwierigkeiten fortbestehen. Eine abschließende Übung regt an, nach dem Nenbutsu drei alltägliche Begegnungen mit dem Leben wahrzunehmen.

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00:00:06: Willkommen zum Podcast Comeo.

00:00:08: Amidas Licht, gelassen durch Leben.

00:00:32: Heute beschäftigen wir uns mit dem unermesslichen Leben.

00:00:37: Das ist natürlich ein ausgesprochen praktisches Thema Denn wir Menschen beschäftigen uns ohnehin sehr gern mit Dingen die wir nicht ermessen können Die Zukunft zB Was andere Menschen über uns denken Ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben Oder warum wir nach zum halb drei plötzlich nochmal über ein Gespräch nachdenken müssen, das vor sieben Jahren stattgefunden hat.

00:01:06: Unser Wissen ist also durchaus begrenzt – unser Grübeln hingegen kennt erstaunlich wenig Grenzen.

00:01:16: und damit sind wir eigentlich schon ziemlich nah an unserem heutigen Thema denn in dieser ersten Folge unserer Reihe über die zwölf Lichtmanifestationen Amida Buddhas geht es um einen interessanten Gegensatz.

00:01:31: auf der einen Seite steht unser kleines, begrenztes Ich mit seinen Plänen, seinen Sorgen und seinen Erwartungen.

00:01:42: Und seiner gelegentlich etwas optimistischen Vorstellung – das Leben müsste sich doch eigentlich an diese Pläne halten!

00:01:51: Und auf der anderen Seite steht Das Unermessliche Leben.

00:01:57: Im Sutra des unermesslichen Lebens beschreibt Shakyamuni Buddha seinem Schüler Ananda Das unfassbare Licht Amidas, ein Licht das sich in zwölf verschiedenen Aspekten zeigt.

00:02:15: Für Yamazaki Benne sind diese Zwölflichter unterschiedliche Wirkweisen des einen unermesslichen Lichtes Amidas.

00:02:25: Sie beschreiben wie Weisheit und Mitgefühl unser Leben berührend und wie sie uns verändern können.

00:02:35: Dabei ist dieses Licht für Bene nicht bloß ein schönes religiöses Bild.

00:02:41: Es ist eine spirituell erfahrbare Wirklichkeit, etwas das uns hier und jetzt begegnen kann mitten im Alltag, mitten in unseren Sorgen, mitte in unseren Versuchen alles richtig zu machen – und vermutlich auch mitten an den Momenten, in denen das ganz offensichtlich nicht gelungen.

00:03:08: Vielleicht liegt darin schon etwas Tröstliches.

00:03:12: Wir sind begrenzte Menschen, wir machen Fehler – wir wissen vieles nicht!

00:03:18: Wir haben die Zukunft nicht unter Kontrolle auch wenn unser Terminkalender gelegentlich einen anderen Eindruck vermittelt.

00:03:27: und trotzdem befinden wir uns so die Perspektive Badnays bereits mitten im unermesslichen Leben.

00:03:37: In diesem Podcast wollen wir uns deshalb in zwölf Folgen jeweils einem der zwölf Lichter Amida Buddhas widmen.

00:03:46: Und wir beginnen mit dem ersten, dem Licht des unermesslichen Lebens.

00:03:53: Im Rai Haigi, den buddhistischen Gebet- und Stundenbuch Yamazaki Benneis heißt es Mit ganzem Herzen nehme ich Zuflucht zum Buddha des untermesslichen Lebens.

00:04:10: Amida Buddha Du Ursprung des geborenen Lebens der Du uns in dieser Welt durch Deinen Dharma-Körper Freundlichkeit gebracht hast und uns den Weg weißt, Dein Körper und Geist sind eins und einzigartig.

00:04:29: Zu Dir, König des unermesslichen Lebens nehme ich

00:04:33: Zuflucht.".

00:04:38: Yamazaki Benne's eigene Erläuterung zu diesem Vers klingt wie folgt Unermessliches Licht Der Körper der Wahrheit – der ursprüngliche Körper.

00:04:52: Es gibt keinen Ort an dem er nicht existiert.

00:04:58: Die drei ersten der zwölf Lichtmanifestationen, nämlich unermessliches Licht, grenzenloses Licht und ungehindertes Licht stehen für den ursprünglichen Körper Amidas – die Gestalt und das Wirken, die jeden Winkel im Universum erleuchten.

00:05:22: Der Körper der Wahrheit Bezeichnet das ursprüngliche Gebilde des Universums und alles ist der ursprüngeliche Körper Buddhas, der alle acht Millionen Shinto-Götter in sich vereint.

00:05:40: Diejenigen Personen die diesen Wahrheitskörper Amida Buddha erfahren und eins mit ihm werden öffnen ihre Augen und erwachen – soweit Yamazaki Bennis Erklärung!

00:06:00: Was bedeutet das?

00:06:02: Was ist dieses unermessliche Leben?

00:06:06: und vor allem, was hat es mit unserem ganz gewöhnlichen Alltag zu tun?

00:06:14: Vielleicht können wir das unermässliche Leben zunächst als Einladung verstehen unser eigenes begrenztes Leben aus einer größeren Perspektive zu betrachten.

00:06:27: Denn unser Bewusstsein hat eine interessante Eigenschaft Es kann aus einem einzelnen Ereignis Erstaunlich schnell das Ganze machen.

00:06:39: Ein Kollege schreibt, können wir morgen kurz sprechen?

00:06:45: Fünf harmlose Wörter für unseren Verstand vollkommen ausreichend um innerhalb der nächsten zehn Minuten mehrere Zukunftsszenarien zu entwickeln.

00:06:57: Die meisten davon enden erstaunlicherweise nicht besonders gute oder Wir machen einen Fehler.

00:07:07: und aus da habe ich etwas falsch gemacht wird, wie konnte ich nur?

00:07:14: Dann warum passiert mir so etwas immer?

00:07:19: und mit ein wenig Übung erreichen wir stießlich.

00:07:23: Offenbar habe ich mein gesamtes Leben falsch angelegt.

00:07:28: das ging schnell.

00:07:30: genau hier kann das unermessliche leben eine andere Perspektive eröffnen.

00:07:37: vielleicht können wir uns in solchen momenten fragen ist gerade mein Leben schlecht Oder ist gerade ein Teil meines Lebens schwierig?

00:07:50: Das ist sein großer Unterschied.

00:07:52: Denn ein Problem kann sehr real sein, es kann schmerzhaft sein Es kann unsere Aufmerksamkeit verlangen Aber trotzdem ist das nicht unser ganzes Leben.

00:08:07: Neben diesem Problem gibt es weiterhin andere Menschen Andere Erfahrungen andre Möglichkeiten und zukünftige Wege die wir heute noch gar nicht sehen können.

00:08:22: Unermesslich bedeutet deshalb nicht, mein Problem ist unwichtig!

00:08:28: Es bedeutet... Mein Problem ist wirklich da aber mein Leben ist größer als dieses Problem.

00:08:39: Wir Menschen möchten gerne wissen wie unser Leben verlaufen soll.

00:08:43: Das ist verständlich.

00:08:45: Wir machen Pläne, wir setzen Ziele, wir treffen Entscheidungen, wir führen Kalender Und irgendwo tief in uns lebt die Hoffnung, wenn ich nur gut genug plane wird sich die Wirklichkeit irgendwann vernünftig verhalten.

00:09:06: Die Wirklichke hat von dieser Vereinbarung allerdings offenbar nie etwas erfahren.

00:09:14: Menschen verhalten sich anders als erwartet.

00:09:17: Pläne funktionieren nicht wir werden krank eine Beziehung verändert sich ein Arbeitsplatz geht verloren oder eine Möglichkeit taucht auf an die wir überhaupt nicht gedacht hatten.

00:09:32: Unser Wissen ist begrenzt, unsere Kraft ist begranzt, unser Blick in die Zukunft ist beggrenzt und vielleicht liegt genau darin eine Bedeutung der Worte.

00:09:45: mit ganzem Herzen nehme ich Zuflucht.

00:09:50: Zufluft zu Amida kann heißen?

00:09:54: Ich muss nicht alles aus eigener Kraft kontrollieren.

00:10:00: das Problem verschwindet dadurch Aber vielleicht verschwindet etwas anderes.

00:10:07: Der Anspruch, dass die ganze Wirklichkeit von meiner Fähigkeit abhängt das Problem zu beherrschen Denn dieser Anspruch kann ziemlich anstrengend werden.

00:10:21: Ich muss das lösen.

00:10:23: ich darf nicht scheitern!

00:10:25: Ich muss die richtige Entscheidung treffen.

00:10:28: Es muss so ausgehen wie ich es mir vorgestellt habe und wenn es nicht so ausgeht machen wir daraus schnell einen Urteil über uns selbst.

00:10:39: Dieser Fehler beweist, dass ich unfähig bin.

00:10:42: Diese Entscheidung bestimmt alles.

00:10:45: Dieser Konflikt zeigt das mit mir etwas nicht stimmt.

00:10:51: Das unermessliche Leben erinnert uns.

00:10:54: Moment!

00:10:56: Mein biologisches Leben ist begrenzt.

00:11:00: Mein Wissen ist begranzt.

00:11:03: Meine Kraft is' begranst.

00:11:05: Mein Ich i'st begranz'.

00:11:08: Aber dieses begranzte Leben existiert nicht isoliert... Es befindet sich bereits im unermesslichen Leben Amidas.

00:11:18: Im Nembutsu beginne ich, mich diesem Leben anzuvertrauen.

00:11:24: Ich erkenne das Amida nicht nur eine Person ein Buddha Mensch sondern auch eine universelle Kraft ist innerhalb derer wir existieren.

00:11:37: Namuhamidabutsu Im Fers wird Amida als Ursprung des geborenen Lebens bezeichnet.

00:11:49: Das ist ein interessanter Gedanke, den wir sprechen gern von meinem Leben.

00:11:55: Meine Pläne, meine Karriere, meine Erfolge, meine Entwicklung, meine Ziele.

00:12:04: Das Leben erscheint dann ein bisschen wie ein langfristiges Management-Projekt mit Verbesserungspotenzial aber bei aller Selbstoptimierung gibt es einen kleinen Schönheitsfehler.

00:12:21: Ich habe mir dieses Leben gar nicht selbst gegeben.

00:12:26: Bevor ich irgendetwas leisten konnte, war ich bereits da – bevor ich meinen ersten Erfolg hatte, bevor ich einen ersten Fehler gemacht habe, bevor er wusste was ein Lebenslauf ist und glücklicherweise lange bevor ich wusste dass man ihn optimieren kann.

00:12:49: Ich war zunächst Empfänger des Lebens kann eine tiefe Entlastung entstehen.

00:12:58: Mein Dasein muss nicht erst durch Erfolg gerechtfertigt werden, ich muss nicht etwas Besonderes leisten damit mein Leben einen Wert bekommt.

00:13:10: Ich darf zunächst einmal da sein!

00:13:15: Im Fers ist von Amidas Freundlichkeit die Rede und vielleicht wird es hier besonders praktisch denn wir können erstaunlich freundlich mit anderen Menschen umgehen – mit uns selbst sind wir gelegentlich weniger großzügig.

00:13:34: Nehmen wir einen Fehler bei der Arbeit!

00:13:37: Sofort meldet sich unsere innere Kommentatorenrunde.

00:13:41: Wie konnte dir das passieren?

00:13:44: Das hätte dir auffallen müssen.

00:13:47: Was denken die anderen jetzt?

00:13:50: Und irgendeine innere Stimme fügt zuverlässig hinzu Typisch.

00:13:56: Dieses kleine Wort ist interessant Typisch.

00:14:02: Ein Fehler reicht plötzlich aus um die gesamte Persönlichkeit zu diagnostizieren.

00:14:10: Das ist ausgesprochen effizient, aber nicht unbedingt besonders gerecht.

00:14:17: Der Fehler verlangt vielleicht eine Korrektur Vielleicht eine Entschuldigung.

00:14:23: Vielleicht muss ich Verantwortung übernehmen Aber Ich kann Verantwortung über nehmen ohne mich als ganzen Menschen zu verurteilen.

00:14:33: Der Fehler sagt Da ist etwas schief gegangen.

00:14:37: Er sagt Nicht Du bist als Mensch schiefgegangen.

00:14:41: Vielleicht bedeutet Amidas Freundlichkeit deshalb auch, kann ich diesen fehlbaren Menschen der Ich Bin mit etwas mehr Freundlichkeit betrachten.

00:14:52: Nicht um mir alles durchgehen zu lassen sondern um klarerzusehen.

00:15:01: Besonders schwierig kann das zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit werden Denn der Verlust einer Arbeit betrifft häufig vielmehr als Einkommen Haus.

00:15:13: Ich habe im Moment keine Arbeit wird schnell Ich werde nicht gebraucht, dann ich habe versagt und schließlich mein Leben kommt nicht voran.

00:15:27: Bemerkenswert Aus einer beruflichen Situation ist innerhalb kürzester Zeit eine vollständige Existenzbewertung geworden.

00:15:38: Das Licht des unermesslichen Lebens kann helfen diese Gleichsetzung zu lösen.

00:15:45: Mein gegenwärtiger beruflicher Zustand ist nicht das Maß meines Lebens.

00:15:51: Ich habe mein Leben nicht durch eine Arbeitsstelle erworben, deshalb verliert mein Leben auch nichts einen Wert wenn ich eine Stelle verliere.

00:16:04: Natürlich kann eine Absage wehtun und bei der zehnten Absage hilft es vermutlich wenig fröhlich zu sagen wunderbar schon wieder eine neue Erfahrung.

00:16:19: das wäre kein Buddhismus.

00:16:22: Das wäre möglicherweise einfach nervig.

00:16:30: dass wir uns etwas vormachen.

00:16:33: Ich muss mir nicht sagen, bestimmt finde ich nächste Woche meinen Traumjob.

00:16:38: Das weiß ich nicht!

00:16:40: Ich kann stattdessen sagen….

00:16:43: NAMUAMI DAWUZU Dieser Absage tut weh – ich weiß gerade nicht wie es weitergeht Aber dieser Absage ist nicht das Urteil über mein Leben.

00:16:56: Und dann frage ich Was ist mein nächster Schritt?

00:17:00: Nicht Wie löse ich heute die nächsten zwanzig Jahre?

00:17:06: Nur was ist der nächste Schritt?

00:17:09: Vielleicht eine Bewerbung, ein Gespräch, eine Weiterbildung oder auch einmal einen Nachmittag an dem ich nichts optimiere.

00:17:20: Eine durchaus fortgeschrittene spirituelle Übung.

00:17:25: Vielleicht liegt darin überhaupt eine schöne Bedeutung des Wortes unermesslich denn wir Menschen vermessen unser Leben ständig Gehalt Wohnung Karriere Alter, Gewicht, Erfolge, Follower, Lebenslauf und natürlich andere Menschen.

00:17:53: Mit dreißig müsste ich eigentlich mit vierzig sollte man doch... Andere sind längst!

00:18:05: Das unermessliche Leben stellt diesem Vermessen etwas entgegen.

00:18:10: Es sagt nicht diese Dinge spielen überhaupt keine Rolle.

00:18:14: es sagt sie sind nicht das ganze.

00:18:20: Ich bin derzeit arbeitslos, ist eine Beschreibung meiner Situation.

00:18:27: Ich bin gescheitert!

00:18:29: Ist ein Uchteil über meine Person.

00:18:32: Das sind zwei verschiedene Sätze und vielleicht sollten wir sie nicht miteinander verwechseln.

00:18:43: Diese Haltung verändert auch unseren Blick auf andere.

00:18:48: Wenn Amida der Ursprung des geborenen Lebens ist dann gibt es etwas das gesellschaftlichen Kategorien vorausgeht.

00:18:59: Bevor jemand Flüchtlingen, Politiker, Obdachloser oder Transperson ist, ist er ein Mensch.

00:19:11: Kategorien können notwendig sein für Gesetze, für politische Diskussionen und für Verwaltung.

00:19:19: Verwaltungen lieben Kategorian vermutlich aus Gründen die sich dem unermesslichen Leben entziehen.

00:19:28: aber eine Kategorie beschreibt niemals den ganzen Menschen.

00:19:33: Vor mir steht ein Mensch mit einer Geschichte, die ich kaum kenne.

00:19:38: Mit Eltern vielleicht Kindern?

00:19:41: Mit Erinnerungen Hoffnungen Fähigkeiten Fehlern Verlusten Ängsten Und Zukunftsvorstellungen.

00:19:55: Vielleicht bedeutet unermesslich auch Ich kann den anderen Menschen niemals vollständig ermessen.

00:20:05: Deshalb sollte ich vorsichtig damit sein ihnen eine Schublade zu stecken.

00:20:13: Das heißt nicht, dass wir über Migration, Politik oder staatliche Regeln alle dieselbe Meinung haben müssen!

00:20:22: Die spirituelle Frage liegt tiefer Kann ich einen Menschen als Menschen achten?

00:20:30: Auch wenn wir über politische Fragen unterschiedlicher Meinungen sind Freundlichkeit muss dabei nichts Spektakuläres sein.

00:20:42: Jemanden grüßen Zuhören Bei Sprachschwierigkeiten geduldig bleiben, nicht sofort urteilen.

00:20:52: Vielleicht lautet die kleine Übung einfach erst der Mensch dann die Kategorie.

00:21:04: Beim Thema Trauer bekommt das unermessliche Leben noch einmal eine andere Tiefe Denn beim Tod eines geliebten Menschen wäre es unangemessen zu sagen sie ist einfach aus einer größeren Perspektive.

00:21:24: Der Mensch fehlt wirklich Der Verlust ist wirklich.

00:21:29: Und es gibt Dinge im Leben, die sich nicht reparieren lassen.

00:21:37: Mit ganzem Herzen nehme ich Zuflucht zum Buddha des unermesslichen Lebens?

00:21:43: Kann dann bedeuten?

00:21:46: Ich erkenne an!

00:21:48: Ich kann diesen Tod nicht rückgängig machen.

00:21:53: Ich kann meine Trauer nicht vollständig beherrschen und ich verstehe das Geheimnis von Leben und Tod nicht.

00:22:06: bedeutet dann nicht eine Erklärung zu besitzen, sondern dort Halt zu suchen wo das eigene Verstehen endet.

00:22:17: In der buddhistischen Tradition Amidas und Honens verbindet sich damit das Vertrauen auf die Geburt im reinen Land.

00:22:30: Das muss nicht bedeuten dass plötzlich alle Fragen verschwinden.

00:22:36: vielleicht kann es Licht heißen.

00:22:40: ich vertraue diesen Menschen einer Wirklichkeit an Die größer ist als mein Wissen über Leben und Tod.

00:22:52: Auch Trauerende können sehr streng mit sich sein, ich müsste wieder funktionieren!

00:22:59: Ich müsste loslassen – ich sollte dankbarer sein.

00:23:05: Warum bin ich immer noch traurig?

00:23:10: Aber wenn Amidas Zuwendung gerade dem begrenzten und leidenden Menschen gilt, dann muss ich meine Trauer nicht überwinden bevor ich Zuflucht nehmen

00:23:21: darf.".

00:23:23: Ich darf mit meiner Trauer Zuflucht nehmen.

00:23:29: Namuamidabutsu, ich vermisse Dich!

00:23:33: Ich kann Dich nicht festhalten.

00:23:36: Ich vertraue Dich dem unermesslichen Leben an und auch mich, der ich hier zurückbleibe.

00:23:49: Loslassen und Verbundenheit müssen keine Gegensätze sein.

00:23:55: Ich muss einen verstorbenen Menschen nicht vergessen um

00:23:59: weiterzuleben.".

00:24:02: Die Beziehung hat sich unwiderbringlich verändert Aber Erinnerung, Dankbarkeit und das was dieser Mensch in mir geprägt hat können bleiben.

00:24:16: Vielleicht dürfen deshalb drei Dinge gleichzeitig wahr sein?

00:24:21: Ich darf traurig sein!

00:24:24: Ich muss das Geheimlichste Todes nicht lösen Und ich darf darauf vertrauen dass weder der Verstorbene noch mein eigenes Leben auf das begrenzt sind was sich jetzt verstehen kann.

00:24:43: Das Nembuzu ist also keine magische Formel.

00:24:47: Nicht Namu Amidabuzu und das Problem ist weg, das wäre praktisch aber offenbar ist das Leben etwas komplizierter organisiert.

00:25:01: Das Nembuzu ist auch nicht bloß ein beruhigender Satz es ist eine Bewegung der Beziehungen.

00:25:11: Namu ich gebe mein begrenztes kontrollierendes Ich hin.

00:25:20: Ich vertraue mich dem unermesslichen Leben und Licht

00:25:23: an.".

00:25:28: Yamazaki Benne empfiehlt, alles der großen Elternwirklichkeit Amida anzuvertrauen.

00:25:36: Und das eigene Herz immer tiefer an Amidas Mitgefühl auszurichten.

00:25:42: Das unterscheidet das Nembo zu von einer bloßen Entspannungstechnik.

00:25:50: Das Ziel ist nicht nur danach fühle ich mich besser.

00:25:55: Manchmal fühle ich mich danach vielleicht gar nicht besser, aber vielleicht sehe ich anders.

00:26:02: Vielleicht werde ich etwas weniger hart, etwas weniger selbst bezogen, etwas weniger davon überzeugt dass meine momentane Sicht der Dinge bereits die ganze Wirklichkeit beschreibt und das wäre schon ziemlich viel.

00:26:22: Vielleicht klingt unermessliches Leben bisher ziemlich ernst.

00:26:28: dabei kann gerade dieser Gedanke Auch zur Lebensfreude führen.

00:26:34: Nicht zu permanenter Fröhlichkeit, das wäre vermutlich ohnehin anstrengend.

00:26:39: Stellen Sie sich vor sie müssten von morgens bis abends gut gelaunt sein.

00:26:45: Spätestens im Supermarkt.

00:26:46: an der falschen Kasse wäre die Erleuchtung gefährdet.

00:26:51: Es geht um etwas anderes Um eine tiefere Grundfreude.

00:26:56: Ich darf leben ich muss mein Leben nicht erst verdienen.

00:27:01: Ich bin Teil des unermesslichen Lebens.

00:27:08: Wir behandeln unser Leben gern wie ein Projekt.

00:27:11: Etwas muss noch erledigt werden, etwas verbessert, etwas erreicht und dann kommt dieser berühmte Gedanke wenn erst dann Wenn ich die richtige Arbeit habe Dann wenn dieser Konflikt gelöst ist Dann wenn Ich mehr Zeit habe Dann Wenn ich weniger Sorgen habe Dann Dann werde ich das Leben genießen.

00:27:44: Das Problem ist nur, das Leben hat die unangenehme Angewohnheit bereits vorher stattzufinden.

00:27:55: Vielleicht ist deshalb eine Tasse Kaffee nicht nur die Zeit zwischen zwei wichtigen Dingen ein Baum nicht bloß Landschaft.

00:28:06: Ein Gespräch nicht bloßeine Unterbrechung.

00:28:10: vielleicht ist das schon das Leben Nicht das Leben das irgendwann beginnt.

00:28:16: Dieses hier Sorgen verengen unseren Blick.

00:28:24: Wenn mich ein Problem beschäftigt, scheint es irgendwann den ganzen Raum einzunehmen.

00:28:31: Das unermessliche Leben erinnert mich – das Problem ist da!

00:28:37: Aber daneben ist noch leben….

00:28:41: Ich kann eine schwierige Bewerbung schreiben und danach spazieren gehen... ich kann Sorgen haben und trotzdem gutes Essen genießen.. ich kann trauern und trotzdem irgendwann lachen….

00:28:56: ich verrate meinen Schmerz nicht dadurch dass sich Freude empfinde.

00:29:02: Vielleicht ist das eine der befreiensten Einsichten.

00:29:06: Ich darf mich freuen, obwohl noch nicht alles in Ordnung ist und vielleicht darf ich sogar über meine eigenen Unzulänglichkeiten lachen.

00:29:18: Ich vergesse etwas!

00:29:20: Ich verspreche mich!

00:29:23: Ich suche zehn Minuten meine Brille und stelle fest dass ich sie auf habe.

00:29:30: In solchen Augenblicken könnte ich natürlich einer ausführliche Analyse meines zunehmenden geistigen Verfalls beginnen.

00:29:39: Oder ich denke, da ist er wieder.

00:29:43: Dieser begrenzte Mensch mitten im unermesslichen Leben vielleicht lächelig, Namoami Dabutsu und weiter geht's.

00:29:57: Tsuchiya Masamichi der Abt des Tempels Kanchi-In in Tokyo hat einmal in einem Vortrag gesagt Zitat von der eigenen zur anderen Kraft wechselt, kann man es auch anders sagen.

00:30:23: Meine Fähigkeit zu vergessen ist gewachsen.

00:30:28: Wenn man denkt dass man aus eigener Kraft heraus lebt dann empfindet man die Vergesslichkeit als Minus was zu einer pessimistischen Sicht führt.

00:30:41: aber wenn man vor dem Gedanken ausgeht das man das Leben empfangen hat Dann kann man mit der Hoffnung leben Eine einzigartige, unersetzliche Existenz ist.

00:30:57: Geschützt und genährt von der Kraft die einen am Leben erhält... ...und dass die Vergesslichkeit ein Plus

00:31:04: ist.".

00:31:11: Vielleicht möchten Sie in den nächsten Tagen etwas ausprobieren?

00:31:17: Eine kleine Übung zum Schluss!

00:31:21: Morgens oder abends können sie den Vers vom Buddha des unermesslichen Lebens sprechen….

00:31:29: …oder einfach einige Male und danach nehmen sie drei ganz gewöhnliche Dinge wahr, in denen ihnen an diesem Tag Leben begegnet ist.

00:31:45: Nicht unbedingt drei Dinge für die ich heute dankbar sein muss denn kaum machen wir aus Dankbarkeit eine Aufgabe entsteht möglicherweise schon die nächste kleine Leistungsanforderung Mist!

00:31:58: Heute erst zwei Dinge.

00:32:00: Ich brauche noch eins.

00:32:03: Nein viel einfacher Fragen Sie Wo war heute Leben?

00:32:13: Vielleicht im Gespräch mit einer Nachbarin.

00:32:15: Im Licht am Nachmittag, in einem guten Essen.

00:32:20: Darin dass ihnen jemand geholfen hat.

00:32:23: In einem herzhaften Lachen?

00:32:26: oder darin das sie traurig waren weil ihnen ein Mensch wichtig ist?

00:32:31: auch das ist Leben.

00:32:33: vielleicht sogar darin dass heute etwas völlig anders gelaufen ist als Sie es geplant hatten und Sie irgendwann festgestellt haben.

00:32:44: Es ging trotzdem weiter.

00:32:49: Lebensfreude bedeutet nicht, dass das Leben immer erfreulich sein muss.

00:32:54: Vielleicht entsteht sie aus einem tieferen Vertrauen.

00:32:58: Ich muss nicht warten bis mein Leben vollkommen ist.

00:33:05: Dieses unvollkommene Überraschende Gelegentlich chaotische Manchmal schwere Und manchmal wunderbare Leben Ist bereits das Leben Das mir gegeben ist Und mittendarin darf ich leben.

00:33:38: Ich darf scheitern, neu anfangen, traurig sein, mich freuen und gelegentlich darf ich sogar darüber lachen dass meine sorgfältigen Pläne vom Leben offenbar nur als unverbindliche Vorschläge betrachtet werden.

00:33:59: Danke fürs Zuhören.

00:34:01: In der nächsten Folge wenden wir uns demnächstem der zwölflichter Amida Buddhas zu.

00:34:07: Bis dahin können Sie einmal darauf achten wo ihnen das unermessliche Leben begegnet.

00:34:14: Vielleicht in einem stillen Augenblick, einem anderen Menschen oder vielleicht in etwas völlig Unerwartete?

00:34:22: Oder vielleicht genau in dem Moment, indem sie gerade denken.

00:34:27: so hatte ich das eigentlich nicht geplante?

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